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Credits: photo with microphone - Elisabeth Moch
other photos: Tapete Promo

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Discography

2009 LEAVING NOTES
2010 YOU ALREADY HAVE A HOME
2012 PALE MORNING LIGHT
2015 GOLDEN

The Late Call "Golden" (release date: April 10, 2015)

 

Johannes Mayer, aka THE LATE CALL, could previously be associated with the typical singer-songwriter. The Stockholm-based, English-singing German has recorded three albums full of sparsely instrumented gems, with at most only hints of piano chords and the slightest accents of percussion. The picked and strummed acoustic guitar in all possible open tunings created the undergrowth above which the voice of the singer wandered.


In a fairy tale, or in its adult brother, the coming-of-age story, the hero will eventually stride towards new horizons. And thus in 2012, after the release and tour of his album Pale Morning Light, Johannes Mayer spent a year writing new material, then packed his bags full of songs and went looking for a band.

In October 2014, Johannes Mayer (guitar), Patric Thorman (bass, Hammond organ), Henrik Roger (piano, Mellotron) and Lars Plogschties (drums, percussion) spent ten days in the grand recording room of Studio Nord in Bremen. The result was Golden, an album that brings to mind the music of the early seventies, the heyday of folkrock. The songs from Golden successfully bridge the gap between being at once warm and clear, laidback and dynamic. Instead of the digital editing associated with most records today, it is the musicians playing together, standing in a sworn half circle, that one hears above all.

With its sounds of glory, this album captures a golden era; when Hunter S. Thompson was writing Fear and Loathing in Las Vegas and Bob Dylan was riding on horseback with Kris Kristofferson through New Mexico, the time of the first Indie-songwriters flourishing either side of the big pond, here Townes van Zandt and Tim Hardin, there Nick Drake and John Martyn.

But this music also breathes a totally different air, that of the Here and Now! While the songs undoubtedly evoke folk and americana, early nineties independent brit pop also shimmers between the lines. And yet this eclecticism has never been the ultimate goal of their music. Most of all, THE LATE CALL have their own distinct sound - of Johannes Mayer and his band. They allow their music to breathe, giving room to its sounds and reverberations. It's no coincidence that the last track, “Telling Stories”,  makes use of tape-delay, which can have the effect of seeming to draw out sound into eternity.

Music and the lyrics that go with it can address and shed light on the most ordinary and everyday of things, which might remain hidden in the noise and the chaos of the city without this music. Golden does exactly this in the most enchanting, profound way and from a variety of angles.
For example, the title song addresses a liar and a phoney, whose glory and gold cannot outlast the darkness of the night. In “The Pact” the story revolves around two people reminiscing about the past, when they were young and swore to themselves never to become like the old. Here, Ylva Ceder, Johannes Mayer's long-term musical acquaintance, sings the beautiful background vocals. When both sing the line ‘never to become like them, never to give in’, you can't help but think of two other voices, also ”blending in perfection”: Gram Parsons and Emmylou Harris.
There's also a very moving love song on Golden, “Opposite”, which has an unequivocal dedication, telling us about a lonely soul, who awkwardly tries to fill the hole which a loved one has left behind. And right there you'll hear THE LATE CALL again as the One Man Band, here's the singer-songwriter from the beginning. And here, again, this very  special, longing and full voice, which carries you away to drop you off three minutes later at the place you once dreamed of being.
  

Deutscher Pressetext:

Es war einmal der Singer-Songwriter. Auf einer Anhöhe stehend, auf einer Lichtung kauernd, auf der Straße, am Meer, alleine mit einer Gitarre erzählte er mit goldener Stimme vom Suchen und Finden, Verlassen und Verlassenwerden, nahm den Zug in die nächste Stadt, nicht aber bevor er aus Passanten und zufällig Anwesenden ein andächtiges, gerührtes Publikum gemacht hatte.

Johannes Mayer aka The Late Call ließ sich eine Zeit lang diesem Typus Musiker zuordnen. Drei Alben voller sparsam instrumentierter Kleinode hat uns der in Stockholm lebende englisch singende Deutsche schon geschenkt, allenfalls Ahnungen von Klavierakkorden und nur leichteste Akzente von Percussion waren darauf zu hören. Die gezupfte und geschlagene Westerngitarre in allen erdenklichen offenen Stimmungen schuf das Unterholz, auf dem die Stimme des Sängers wanderte, diese Stimme, die einen wie durch Cocteaus Wasserspiegel in eine andere Welt brachte und dort wie oben beschrieben zurückließ.

Im Märchen oder dessen erwachsenem Bruder, dem Bildungsroman, macht sich der Held irgendwann zu neuen Ufern auf.
Und so nahm sich Johannes Mayer 2012, nach Release und Tour seines Albums „Pale Morning Light“, über zehn Monate Zeit, neue Songs zu schreiben, schnürte dann mit jenen sein Bündel und begab sich auf die Suche nach einer Band. Lass es Glück oder gutes Händchen sein: Die Band erwies sich für die Musik von The Late Call als reines Wunderhorn. Fremd waren Johannes Mayer die Musiker nicht. Mit fast allen hatte er schon aufgenommen oder live gespielt, aber die Konstellation war neu und das gemeinsame Musizieren brachte ein Gefühl hervor, was manche von euch „magic“ nennen würden:
Zehn Tage im Oktober 2014 teilten sich Johannes Mayer (Gitarren), Patric Thorman (Bass, Hammond Organ), Henrik Roger (Piano, Mellotron) und Lars Plogschties (Drums, Percussion) einen Aufnahmeraum des Studio Nord in Bremen. Heraus kam Golden, ein Album wie aus den Frühsiebzigern, der Blütezeit des Folk-Rock, zu uns herabgepurzelt. Die Songs auf Golden schaffen die Schere zwischen warm und klar, zurückgelehnt und dynamisch, als wäre es das Leichteste der Welt. Man hört, dass hier nicht, wie heute normal, auf der Benutzeroberfläche des Musikprogramms gebogen und geschoben, sondern eingeschworen im Halbkreis zusammen gespielt wurde.
Wie zeitraubend und wie wunderschön! Die Platte fängt mit ihrem Klang den Glanz der goldenen Ära ein, der Zeit, als Hunter S. Thompson sich Fear and Loathing abrang und Bob Dylan neben Kris Kristofferson durch New Mexico ritt, der Zeit der ersten Indie-Songwriter links und rechts des großen Teichs, hier Townes van Zandt und Tim Hardin, da Nick Drake und John Martyn.
Die Musik atmet aber auch eine ganz andere Luft, die des Hier und Jetzt. Songs und ihre Stimmungen lassen zwar Saiten wie Folk und Americana anklingen, aber ebenso blitzt zwischen den Noten Frühneunziger-Independent-Pop englischer Prägung auf. Bei all dem Band- und Genredropping sei betont: Der Eklektizismus verkommt nie zum Selbstzweck.
The Late Call klingen vor Allem nach Johannes Mayer und seiner Band. Und das großartig. Sie geben ihrer Musik Raum, viel ist Klang und noch mehr Nachhall. Nicht umsonst findet das Tape-Delay, ein Effekt der diesen, wenn man es will ins Unendliche verlängert, auf dieser Platte so prominent Verwendung auf dem letzten Stück, „Telling Stories“.

Musik und die mit ihr verbundenen Texte können Dinge ansprechen und beleuchten, die ohne sie, im Gewusel und Krach der Städte, im Heckmeck des Alltags, verborgen blieben. Das schafft Golden auf berückendste Weise und aus allen Winkeln. Jeder Song wartet mit einer eigenen Einsicht auf und schickt Widmungen an mal mehr, mal weniger konkrete Adressen:
Das Titelstück etwa richtet sich an einen Lügner und Blender, dessen Glanz und Gold nicht das Dunkel der Nacht überdauern kann. In „The Pact“ geht es um zwei Menschen, die an die Zeit zurückdenken, als sie jung waren und sich schworen, nie zu werden wie die Alten. Hier singt Ylva Ceder, Johannes Mayers langjährige musikalische Weggefährtin, eine wunderschöne zweite Stimme, und wenn die Beiden beschwören “never to become like them, never to give in” fühlt man sich an zwei andere Stimmen, ebenfalls blending in perfection, erinnert: Gram Parsons und Emmylou Harris, die davon sangen, wie weh Liebe tat, als Nashville noch kein Schimpfwort war.

Apropos Nashville: In Robert Altmans gleichnamigem Film-Meisterwerk von 1975 gibt es eine Szene, in der der junge Aufschneider Tom (Keith Carradine) vor dem Publikum eines übervollen Clubs ein erschütternd zerbrechliches Liebeslied singt und sich anfangs gleich mehrere Frauen direkt angesprochen fühlen. Er macht aber mit Blicken klar, wem das Lied gilt. In diese Szenerie könnte man sich Johannes Mayer wunderbar hineindenken. Es gibt auch auf Golden ein sehr berührendes Liebeslied, dessen Widmung unmissverständlich ist. Es heisst „Opposite“ und erzählt vom Alleingebliebenen, der unbeholfen versucht, die Lücken, die seine Liebste hinterlassen hat, selbst auszufüllen. Und hier hört man The Late Call wieder als One Man Band, hier ist er wieder der einsame Singer-Songwriter vom Anfang und hier ist sie wieder, diese wirklich besondere, sehnsüchtige und volle Stimme, die dich wegträgt und nach drei Minuten wieder dort absetzt, wo du geträumt hattest einst zu sein. 

Francesco Wilking

The Late Call - Golden (CD, LP; release date: April 10, 2015)

The Late Call - Pale Morning Light (CD Digipak/Vinyl)

The Late Call - You Already Have A Home (CD Digipak/Vinyl)

The Late Call - Leaving Notes (CD)