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All photos by Kathrin Brunnhofer www.picturekat.net
Und das sagt die Presse:
SZENE HAMBURG 7/2010:
"...Hartz-4-Rave für Waldbewohner, verwirrter und schizophrener als die Einstürzenden Neubauten zu jener Zeit, da sie noch in Autobahnpfeilern probten, dabei spastisch tanzbar wie KLF und Prodigy auf einem Goa-Rave in einem besetzten Bürohaus.
Man nehme Jacques Palminger und Scooter, Station 17 und Klaus Kinski an einem guten Tag, jage das Ganze durch den Häcksler, lege Beats mit ungerader Taktzahl drunter und höre es in der Jugendheim-Disco, dem Off-Theater, der Waldlichtung seines Vertrauens - fertig ist das Hamburg-Album des Monats. Hamburger Schule 3.0 der trippigsten Art, bizarr, angsteinflößend, unheimlich, unglaublich. Gut, dass Heidi Kabel das nicht mehr erleben muss."
WESTZEIT 7/2010
"...HGich.T ist infantil(st)er Fäkalklamauk der feinsten Sorte, ist ein PopGesamtKunstWerk jenseits jeder Konvention, ist besinnungs- wie gnadenlose PresetPower, ist durch vollständige Inhaltsentleerung und -neubefüllung sich aller rationalen Exegese entziehende WortKunst (jedwedes Zitat verbietet sich), dargeboten im ohnehin immer leicht debil klingenden Hanseatenslang. LSD zum Hören. Kreisch!"
"Mein Hobby: Arschloch" (erhältlich als CD & LP)
HGich.T performen ihre Hits "Hauptschuhle", "Tutenchamun" oder auch "Tripmeister Eder" auf eine Art und Weise, die Sie nicht vergessen werden und auch nicht vergessen wollen. Sie definieren die Worte "Rave", "Freiheit (der Kunst)" oder "Freakout" nicht neu, sondern sie definieren sie. Härtester Hardtrance trifft auf eine unheimliche Zauberwelt. Die derben Briten von The Prodigy wirken neben HGich.T wie die Bewohner des Meerschweinchendorfes im Hamburger „Hagenbecks Tierpark“ neben einem einhörnigen Säbelzahntiger, bei dem man nicht weiß, ob er gerade gute oder schlechte Laune hat. Na ja, ist ja auch ein neues Jahrtausend. Ihr nennt es Gaga, wir nennen es Liberty.
Endlich hat das Generve und Gebettel ein Ende. Nachdem HGich.T sowohl in Jugendzentren als auch in Stadttheatern und auf Off-Bühnen für Hysterie (in den Jugendzentren), für Erstaunen (in den Theatern) und für Furore (in beiden gleichermaßen) sorgten, standen die Telefone und Faxgeräte bei tapete records nicht mehr still. Raver und Galeristen, ehemalige Besucher des Front und ehemalige Besucher des Tunnels, Mover und Shaker, Skins und Punx, Teens und Twens, ja sogar ein New Yorker Banker, der einen illegal aus dem Netz gesaugten HGich.T-Track bei der Farewell Party seines Geldinstituts hörte (ohne Flachs!) wollten wissen, ob von ihren Helden endlich ein Tonträger erscheint. Und wenn ja, wann, ob Vorbestellungen möglich sind etc. Nun ist "es" soweit: das erste Album (nach dem Vorab-Schmankerl „Hallo Mama“ in Form einer 12’’ EP im Winter 2009) der im Speckgürtel der Freien und Hansestadt Hamburg ansässigen Revue-Truppe wird dieser Tage bei tapete records veröffentlicht.
Es beheimatet 13 ausgesuchte Tracks, darunter die Kulthits "Tutenchamun" und "Hauptschuhle". Hunderttausende YouTube-Nutzer, die staunend die von HGich.T in Eigenregie hergestellten Kurzfilme ansehen („Tutenchamun“ mit bisher über einer halben Million Aufrufe) fragen sich: "Funktionieren HGich.T eigentlich auch, wenn man die charismatischen Künstler nicht sieht? Und wie spricht man HGich.T eigentlich aus?“ Und außerdem denken sie sich: “Nie wieder will ich dem Blick eines Schallplattenverkäufers ausgesetzt sein, nachdem ich einen Bandnamen oder Plattentitel falsch ausgesprochen habe, zum Beispiel: "Habt ihr von Chicago Vau Ih Ih?"
Zu Frage Numero zwo: HaGehIchTeh. Zu Frage Numero eins: Ja! Abwechslungsreich und verstörend sind Texte und Musik, die Mischung aus Goa Techno, Old School Techno, Old School Tekkno, NewTek sowie Hörspielcharakter lässt niemanden kalt, ob man die Scheibe nun im Kreise seiner Lieben, beim Junggesellen/-innen-Abschied, in der Zappelbude oder einfach mal im Büro auflegt.
Das Spannende, das Uneindeutige und das Unheimliche, das Trippige, das Reale und die Liebe zum Detail sowohl in der Musik als auch in der Show und in den Charakteren HGich.Ts machen die Hamburger zu einer der interessantesten neuen Bands. Und Fragen wie "Meinen die das ernst?", "Ist das nicht total bescheuert?" oder "Hat man denen am Ende Hasch in die Cola getan?“ wurden in der inzwischen schon langen Geschichte der Popmusik sehr vielen Leuten gestellt, welche sich später als anerkannte Künstler in schlossähnlichen Anwesen dem Trunke oder bizarren Hobbys hingaben.
Und hier lest ihr: eine Begegnung mit HGich.T
Wechseljahre, aufgeteilt in Wechseltage im steten Kampf um das letzte Ticket zum Wertefriedhof. Oder doch lieber anhalten, Bierchen zwitschern und Chips von der Tanke schmausen? Gedanken gehen stiften und kommen zurück. Nun denn...
Zwei Menschen, der eine kommt aus dem Wald, der andere wohnt bei den Eltern. Eine unkontrollierbare Mischung aus Naturverbundenheit und muffigen Küchengerüchen, aus Techno, Goa und bügelfreien Hemden. Und es wird keine Lanze in den Boden gerammt. Nein, und auch nicht in die Weichteile. Party Time, Blutgrätsche und kauzige Wohnkultur?
Wie soll das funktionieren?
Gar nicht. Aber vielleicht liegt der Trick im Gespür für Wettbewerbsverzerrungen ohne Antrieb durch gewolltes Querulantentum, überlegt Sänger Anna-Maria Kaiser im sonoren Ton und verscheucht kleine Wollmäuse von seinem blauen Pullover.
Diese Wir Gefühl Now Aktion ist bestimmt nur eine Randerscheinung. Kann helfen, kann vernichten. Aber jeder steht für sich, ergänzt DJ Space Princess, ein stiller Mann mit langem Bart und schaut kurz aus dem Fenster. Wir sitzen in seiner mit Elektroden gefüllten Holzhütte. Draußen sprießen die frischen Frühlingsblumen. Das Jahr bietet sich an, drinnen rauchen Zigaretten, Computer und geben beiderseits brizzelige Töne von sich.
Stagnation und Frustration als Song, verkleidet mit euphorischem Überbau. Das ist es, verrät Anna-Maria Kaiser und bewegt sich vorsichtig zurück, als würde er sich an eine Raubkatze lehnen.
Nervenstärke, Durchsetzungskraft, Zippelzappel, dieses mediale Arschlecken. Das ist die andere Welt. Schau mal dort, der Uhu, den interessiert das nicht. Er ist da und die Chose läuft. Aber anders, richtig, fragt er mich in ruhigem Ton und streicht sich über den frischen Maschinenschnitt. Ich nippe an meiner Tasse Tee und nicke zustimmend.
In der Küche werden Leckereien bereitet. Tutenchamun, Koch und Tänzer der Band, bringt es auf den Punkt. Vernetzung durch Loslassen. Verbrüderung durch Unkenntnis. Gemütlichkeit durch den freien Fall. Olé, Olé, Olé, lacht der selbstbewusste Mann, der nur eine alte Kuhnert trägt und uns ein schmackhaftes Reisgericht serviert. Es wird dunkel. Wir essen und der Rest trifft ein.
Wir sind kein Kollektiv sondern eine Art Sammelbecken für was weiß ich denn, sinniert Anna-Maria Kaiser aufgebracht mit vollem Mund. Das geht schon seit Jahren so. Mal sind wir viel, dann wieder weniger. Jetzt sind HGich.T wieder viele. Auch viele Idioten, knurrt er und greift beherzt in eine Tüte Käsechips. Applaus aus der Küche.
Es ist manchmal wie ein nicht enden wollender Hürdenlauf. Aber die Beats helfen, Auch das Licht. Ergo, hier finden wir zusammen. Frau, Mann, Katz, Maus, Mathematikerinnen, Soziologinnen, Kunstschnullis, zwei Beine, vier Beine, Rüssel short, long, du kapierst, fragt Tutenchamun.
Ich gieße erneut Tee in meine Tasse. Schwarzlicht wird eingeschaltet. Der Raum leuchtet jetzt wie in einer Traumwelt auf Pandora. Das neue Album läuft. Anna-Maria Kaiser keift sich einen Wolf durch die Tracks, der immer wieder mit lieblichem Damengesang unterstützt wird. Dazu flüssige Beats, krude Melodien und allseits Herz verstörende Texte über das Ungemach der heutigen Zivilisation. Aber Partytime, logisch, ist auch mit bei.
Seitdem HGich.T den endgeilen Track "Tutenchamun" auf YouTube platziert haben, geht es ab, verrät Maike Schönfeld, Tänzerin und Malerin der Band. Der Rest nickt.
Verblüffend, dieses moderne Internet, nicht wahr, lacht Tutenchamun. Und jetzt gibts das erste Album direct in the Face, koddert er beherzt. Das sind alles total gute Lieder, lobt der langhaarige Keyboader. Einige pressen die Lippen aneinander. DJ Space Princess öffnet eine Flasche Saft.
Mir wird langweilig und ich verzichte auf die standardmäßigen Inhaltsfragen. Ich wandere stattdessen auf die Veranda. Anna-Maria Kaiser folgt und reicht mir eine Dose Pfirsiche zum Andenken.
Mach’s dir nicht so schwer. Schreib halt irgendwas. Wir treten sowieso auf, rät er mir. Dann steckt er sich eine HB ins Gesicht und wandert zurück in die Hütte. DJ Space Princess lässt gerade neue Beats vom Stapel. Der Text ist auch schon fertig. Irgendwas mit Jeans. Klingt geiler als Hauptschuhle. Ich verlasse das großzügige Waldgrundstück, begleitet von einem grünen Laserstrahl. Ich konnte für den Rest der Woche nicht schlafen. Irgendwie war’s wie in einem Backwood Movie.
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10.2 M |
18.09.10
JUKZ
Kirchstraße 1
26817 Rhauderfehn
Deutschland
JUKZ
16.10.10
Bang Bang Club
Neue Promenade 10
10178 Berlin
Bang Bang Club
21.10.10
Ponyhof
Klappergasse 16
60594 Frankfurt
Deutschland
Ponyhof










