DIE STERNE
POSEN - 11. September 2026
Hamburg, 1996. Die Sterne veröffentlichen Posen – und die deutsche Musikpresse überschlägt sich. Der Musikexpress gibt fünf Sterne, die FAZ verirrt sich ins Textheft, und ein gewisser Song namens „Was hat dich bloß so ruiniert“ wird zum Klassiker. Jetzt ist das Album zum 30-jährigen Jubiläum zurück – auf Vinyl.
Hamburg, Frühjahr 1996. Die Debatte um eine staatliche Quote für deutschsprachige Musik tobt. Heinz Rudolf Kunze fordert den Schutz des „deutschsprachigen Liedgutes“. Und Die Sterne eröffnen ihr drittes Album mit dem Song „Scheiß auf deutsche Texte“.
Dieser Titel ist keine Provokation um der Provokation willen – er ist ein Programm. Nicht die Sprache zählt, sondern was gesagt wird. Und was Die Sterne auf Posen zu sagen haben, ist so viel, so klug und so mitreißend, dass es die Musikpresse des Landes in helle Begeisterung versetzte: Der Musikexpress vergab fünf Sterne, die Frankfurter Allgemeine Zeitung verirrte sich ins Textheft, und überall war man sich einig, dass die Sterne „nie so wertvoll waren wie heute“.
Posen ist das dritte Album der Hamburger Band um Sänger und Texter Frank Spilker – und ihr bis dahin reifster Wurf. Aufgenommen im Hamburger Soundgarden Studio mit Produzent Chris von Rautenkranz, destilliert die Platte alles, wofür Die Sterne stehen: funkige Rhythmen, eine ohrschmeichlerische Hammond-Orgel, psychedelische Soundscapes und Texte, die beobachten, ohne zu urteilen, und Fragen stellen, ohne auf Antworten zu bestehen. Disco-Stücke stehen neben Drogenmusik, Gesellschaftskritik neben Zärtlichkeit – und das alles klingt, trotz aller Vielfalt, wie aus einem Guss.
Dabei zitieren Die Sterne frei und lustvoll: Pink Floyd, Hawkwind, Serge Gainsbourg, The Animals, Ton Steine Scherben – Referenzen, die nicht als Verbeugung gemeint sind, sondern als kommentierendes Gespräch mit der Popgeschichte. Daher der Albumtitel: Posen. Haltungen, die eingenommen und wieder verlassen werden. Rollen, die befragt werden.
Die Songs dieses Albums sind längst Klassiker: „Was hat dich bloß so ruiniert“, mit seinem listigen Verweis auf „House of the Rising Sun“, wurde zum größten Hit der Band bisher und zum Inbegriff einer Ära. „Themenläden“ ist der perfekte Soundtrack für spätnächtliche Selbstbefragungen. „Trrrmmer“ und „Risikobiographie“ fehlen bis heute auf keinem Konzert. Mit Posen schaffte es die Band erstmals die deutschen Albumcharts – und blieb dort neun Wochen.
Posen erscheint nun erstmals seit seinem ursprünglichen Release im Jahr 1996 wieder auf Vinyl – für alle, die die Platte damals verpasst haben, und für alle, die sie nie vergessen haben.











