REISSUE: SONGS FOR THE EXHAUSTED - VÖ 16. Januar 2026

Wir schreiben das Jahr 2000. Die österreichische Band Naked Lunch war nach nur zehnjähriger Bandgeschichte sprichwörtlich am Ende. Nach einem kometenhaften Aufstieg in den prosperierenden 1990er Jahren (in nicht mal vier Jahren vom schimmelbehafteten Proberaum im heimischen Klagenfurt bis zum 5 Sterne Hotel am Times Square!), endlosen Touren, geplatzten Majorverträgen, sündhaft teuren Aufnahmen in Studios von Bochum bis New York und einem längeren Aufenthalt in London – in Summe also nach einem „völlig sinnbefreiten Geldverbrennen“, wie es die Band selber nannte – kehrte die Gruppe schlussendlich in ihren Heimatort zurück. Was übrig blieb waren zum Großteil desillusionierende Erfahrungen im Pop-Business und ein großer Sack voller Schulden.

Die meisten von uns hätten da wohl das Handtuch geworfen. Die Sturköpfe von Naked Lunch aber freilich nicht. Die zum Quartett angewachsene Band beschloss, die Reset-Taste zu drücken und nochmals von vorne zu beginnen. Gemeinsam mit Produzent und Freund Olaf Opal (u.a. The Notwist, International Music etc.) verschanzte man sich fast drei Jahre lang im gerade errichteten Studio von Bassist Herwig Zamernik, um an einer Platte zu arbeiten, die schließlich unter dem Namen SONGS FOR THE EXHAUSTED 2004 erscheinen sollte.

„Die Aufnahmen waren schamlos, wahnsinnig intensiv, kräfteraubend und zum Teil auch verstörend. Gleichzeitig war die ganze lange Arbeit aber auch, ich traue es mich kaum auszusprechen, reinigend und glücksbringend. Glücksbringend in dem Fall, dass wir ohne andere Stimmen in unseren Köpfen und einer uns ursprünglich bekannten „Scheiß drauf, was die anderen meinen“-Haltung wieder gänzlich befreit produzieren konnten. So entstand diese Platte, die für uns einen Neuanfang, einen Wendepunkt oder besser eine quasi Wiedergeburt bedeutete.“ (Oliver Welter)

SONGS FOR THE EXHAUSTED wurde nicht nur für die Band selbst zu einem Meilenstein ihrer Karriere. Sie war dazu aber auch eine Art Abgesang auf eine ungezügelte Epoche und ein Eingeständnis der daraus resultierenden Müdigkeit. Nein, das Album ist keine leichte Kost. Die Platte ist dunkel, zum Teil sogar sperrig. Sie vermag es aber, uns zu umarmen und, wie Anja Plaschg alias Soap&Skin es einmal meinte, „zu trösten in fiebrigen Nächten.“ SONGS FOR THE EXHAUSTED war und ist auch heute noch „Ein nicht für möglich gehaltenes Meisterwerk!“ („Der Standard“ 2004)

22 Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung erscheint “Songs For The Exhausted” nun als Wiederveröffentlichung bei Tapete Records, erstmals auch auf Vinyl!

NEUES ALBUM: LIGHTS (AND A SLIGHT TASTE OF DEATH) - VÖ 7. NOVEMBER

„Ich habe diese Band gegründet und ich werde sie zu Grabe tragen, wenn mir danach ist“, sagte Naked Lunch Mastermind, Songwriter und Sänger Oliver Welter einmal. Offensichtlich ist ihm noch nicht danach. Also darf es nicht verwundern, dass diese, von nicht wenigen totgeglaubte Band, zwölf Jahre nach ihrem letzten, von der Presse heftig gefeiertem Album „All Is Fever“ (2013) mit der neuen Platte „Lights And A Slight Taste Of Death“ ein weiteres Kapitel in ihrer bewegten Geschichte aufschlägt. Und das nicht nur mit stil- und richtungsweisenden Alben wie „Songs For The Exhausted“ (2004) oder „This Atom Heart Of Ours“ (2007), für das man in der österreichischen Heimat auch mit einem Amadeus-Award ausgezeichnet wurde, sondern auch mit unzähligen hochenergetischen Live-Auftritten im Gepäck.

Und jetzt also, nach Neu- und Umbesetzungen innerhalb der Band, diese, man möchte fast sagen, ungeheuerliche Platte, bei der es, wie scheinbar bei jeder Naked Lunch-Veröffentlichung, wieder einmal um alles zu gehen scheint. Schon der Titel führt Licht und Tod – in kleinen Portionen – mit sich, signalisiert: hier wird ohne Vorbehalte mit den Mitteln der (Pop-)Musik einmal mehr die „human condition“ durch- und vermessen. Der ganze Wahnsinn, der Blick und die Reise des Songwriters und Sängers Welter mit diesen Songs gehen tief, führen weit, nicht zuletzt in sich selbst hinein – und von dort dann wieder ganz weit hinaus.

„Über viele, zu viele Jahre habe ich mich wohl täglich gefragt, ob ich diese Band überhaupt noch am Leben lassen soll. Ob es denn überhaupt noch Menschen da draußen gibt, die Freude hätten mit einer neuen Platte. Und ob ich überhaupt noch bereit bin etwas preiszugeben von der ewigen eigenen Zerrissenheit, dem ewigen haltlosen Pendeln zwischen hellem Licht und dem genauen Gegenteil davon. 

Der dringlichen Umarmung für alles und jeden, das und der/die mir lieb ist, wie in „To All And Everyone I Love“ dokumentiert, oder der bloßen Zerstörung meiner selbst, wie so schonungslos als möglich in der Miniatur „Fuck My Senses“ beschrieben. 

Eine andere, reale Form der Zerstörung meines Körpers übernahm in dieser Zeit ein Arschloch-Krebs, der mich, vor allem psychisch, über 24 Monate gefangen hielt, eh er mich schließlich (zumindest vorübergehend) wieder freiließ und ich dadurch wieder arbeits- und gesellschaftsfähig wurde. Dem gegenüber und fast parallel zur Krankheit stand mit der Geburt meines dritten Kindes jedoch das absolut Schöne, das alles Übel weggewaschen hat, wie nur irgend möglich. Dass ich dazu in den letzten, sagen wir fünf Jahren (mindestens) zwei fertig geschriebene Alben ersatzlos getilgt habe, geschenkt …“ (Oliver Welter)

Die fast schon schicksalshafte Begegnung mit dem Musiker und Produzenten Wolfgang Lehmann („der beste und talentierteste Musikversteher überhaupt“, so Welter) beflügelte Welter mit ebendiesem in dessen Studio die verschiedenen Layouts der Songs von Lights And A Slight Taste Of Death fertig zu arrangieren, zu produzieren und final auch von Lehmann mixen zu lassen. Das alles freilich auch mit Hilfe der ewigen Gefährten Alex Jezdinsky (Drums) und Boris Hauf (Keys/Sax).

Lights And A Slight Taste Of Death ist eine 14 Songs lange Tour de Force; ist sowohl fordernd und hart, wie zärtlich und umarmend. Ist eine intime Nabelschau, die von großen Balladen wie den betörend schönen Liedern Come Into My Arms oder Love Don’t Love Him Anymore, den großen, überbordenden, himmelsstürmenden Pophymnen To All And Everyone I Love, We Could Be Beautiful oder Going Underground, sowie völlig unerwartet expressiven Ausbrüchen wie einem Saxophon-Free-Jazz-Solo im verdrogten If This Is The Last Song You Can Hear geklammert wird.

„Lights And A Slight Taste of Death“ nimmt so seinen Platz als konsequente Fortschreibung in der Kontinuität der qualitativ so dichtgewobenen Naked Lunch-Diskographie ein. So und nicht anders hat es zu sein. 


we could be beautiful
meaningless but so beautiful 
enormous and likely wonderful

we could shine a light and then move on

(We Could Be Beautiful)

Presse

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Naked Lunch - The Sun
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Naked Lunch - At The Lovecourt