Die Höchste Eisenbahn

Wer bringt mich jetzt zu den Anderen (VÖ 26. August 2016)

Irgendwann 2015: Die Höchste Eisenbahn macht wieder Musik. Im eigenen Studio, ohne Produzenten, ohne Zeitplan, ohne Rücksicht auf Jahreszeit und Biorhythmus. Trommeln werden bespannt, Saiten aufgezogen, Drum Machines entstaubt und Hüpfburgen aufgeblasen. La Boum, die Fete geht weiter! Erst wird ins Blaue musiziert, Felix Weigt, Max Schröder, Moritz Krämer und Francesco Wilking denken an nichts, nur dass der eine Akkord eine Schaukel und der andere eine Gewitterwolke ist. Wie großen Spaß es macht, dabei zu sein, wenn der Beat reinkommt. Dass man diesen oder jenen Teil gar nicht lange genug spielen kann ...

Aber dann kommen die Fragen. 
„Wer legt die Leitungen durchs Meer?“
„Wer bringt mich jetzt zu den Anderen?“
„Wo endet das?“

Und die Fragen enden alle in den Liedern, zusammen mit den Menschen, die sie aussprechen. Da ist Louie, der nicht versteht, warum seine Freundin so rastlos ist. Kette, der alles gegen die Wand fahren will. Timmy, der sich grundlos wehtut und Lisbeth, die verbotenerweise rot wird, wenn sie „Ich liebe dich“ hört.

Die Welt, in der diese Kurzgeschichten spielen, also die Musik, lässt sich mit Pistole auf der Brust durch drei Adjektive beschreiben: warm, leicht, weit. Natürlich fährt hier Popmusik-Geschichte mit. Die Zurückgelehntheit von Fleetwood Mac, die kindliche Crazyness der Talking Heads und der Schluffie-Folk-Funk der Allman Brothers zum Beispiel. 

Wir hören auf dem Album die langgeliebten Dx7-Brass-Synths und Juno-Pads, aber zum ersten Mal auch Bongos und Motown-Streicher, sogar eine chinesische Viola. Ist das Weltmusik? Und wenn ja – warum nicht? Die Höchste Eisenbahn erfindet durch Kombinieren, durch Schichten Calypso mit Nintendo, Yachtrock mit Dream Pop. Und die vier Musiker schauen dabei nicht auf ihre Schuhe, sondern in den Himmel, der immer noch jeden Tag blauer wird.

Bernd Begemann kann es (natürlich) noch besser sagen:

Auf dem neuen, heiß erwarteten Album von Die Höchste Eisenbahn gibt es immer wieder Stellen, an denen die Musik sich AUFSCHWINGT. Die Trampelpfade von dem verlässt, was wir unter "Popmusik" hinzunehmen gelernt haben.
Da gibt es immer noch eine schönere Harmonie, noch eine mutigere Wendung:
Die Eisenbahn bringt uns hin.
Ernsthaft, gibt es sonst noch irgendwo eine Band wie diese?
Wer sonst verbindet die Pop-Finesse einer Band wie Steely Dan mit Indierock-Lässigkeit und der Sentimentalität eines betrunkenen Straßenmusikers?
Auf ihrem neuen Album haben sie nur zwei Themen, nämlich was wir so tun und wie sich das dann anfühlt. Wir stromern mit Francesco, Felix, Max und Moritz durch die dunklen Großstadtgassen und aus den Fenstern sickern Melodien und Gesprächsfetzen.
Wir kennen das alles, worüber die Jungs singen, aber wir haben es lange nicht mehr so deutlich gefühlt: die erste Liebe, neu entdeckt in "Lisbeth". Die angeheiterte Clique in "Gute Leute", die erwachende Liebe in "Blume".
Die Höchste Eisenbahn steht für eine erwachsene Popmusik, die endlos verspielt ist.
Ihre neue Sammlung von Songs namens "Wer bringt mich jetzt zu den Anderen" hat keine Füller, keine Ausfälle, keine Vor-Skip-Nummern. Das Album ist aus einem Guss, man kann sich drauflegen und treiben lassen, bis der Fluss ins Meer geht.
 

Press Quotes

Videos

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