Ezio

Adam And The Snake (VÖ: 11.03.2014)

In der Musikindustrie gibt es viele Leute, die behaupten, völlig unabhängig zu sein. Die behaupten, oft genug auf die Schnauze gefallen zu sein. Die behaupten, dass für sie in erster Linie ihre Musik zählt und dass sie niemals ihre Ideale verraten oder sich womöglich danach gerichtet haben, was gerade angesagt war. In einer Welt, in der Möchtegern-Sternchen in Casting-Shows dicke Tränen vergießen, und Typen, die irgendwann einmal in einer Boy-Band gesungen haben, zu Experten hochgejubelt werden, machen Ezio einfach ihr Ding.

Abwechslungsreiche Songs, sorgfältig und mit Blick fürs Detail komponiert und erarbeitet, dargebracht mit einer Präzision, die sich nur durch langjährige Erfahrung auf Tourneen und in Aufnahmestudios erreichen lässt. Den Stil der Band zu beschreiben, war immer schon schwierig, ja, beinahe unmöglich. Ihre Musik bewegt sich in einem Spektrum zwischen extrem rhythmusbetonten, fast fiebrig treibenden Latin-Rock-Nummern und zarten, träumerischen Balladen, herzzerreißend ehrlich und zutiefst poetisch. Seit Mitte der Neunzigerjahre haben Ezio zahlreiche Alben bei diversen Major- und Independent-Labels veröffentlicht. Sie touren regelmäßig durch Europa und sind im Lauf der vergangenen zwanzig Jahre garantiert auch irgendwo in Deiner Nähe aufgetreten, sei es in der Stadthalle oder in der Kneipe um die Ecke – und haben sich vermutlich hier wie dort gleichermaßen wohl gefühlt.

Wer Ezio kennt, muss sich fragen, weshalb sie nicht schon längst viel bekannter sind. Schließlich spielt man die Musik voller Begeisterung seinen Freunden und Bekannten vor, um sie dann zu einem der nächsten Konzerte mitzunehmen. Und die machen es früher oder später mit ihren Freunden und Bekannten genau so. Es sind vor allem die rege Mund-zu-Mund-Propaganda, die treuen Fans und die offensichtliche Leidenschaft für ihre Art, Musik zu machen, die Ezio seit vielen Jahren das Überleben sichern. Noch nie haben sie versucht, irgendetwas anderes zu sein, nur um sich für Radiosender oder Kritiker interessant zu machen. Ein ehemaliger Manager der Band hat einmal voller Stolz verkündet, dass Ezio mit konventionellen Waffen nicht tot zu kriegen seien. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie im Jahr 2013 ein neues Album aufgenommen haben. Die Songs sind reifer, energiegeladener, besser als alles, was Ezio Lunedei bislang geschrieben hat. Und dieses Mal hat er das Album mit dem Titel „Adam and The Snake“ auch selbst produziert. Das Thema wird Ezio-Fans bekannt vorkommen. Es geht um die Frage, was es bedeutet, ein Mann zu sein – außer Kontrolle, von Versuchungen geplagt, schwach und verletzlich. Keiner beschreibt diese Gefühle besser als Lunedei. Dafür bekommt man in einem Ezio-Song höchst selten das Wort „Liebe“ zu hören. Kitschig wird es garantiert nie, und trotzdem stellt sich bei jedem Hörer die Gewissheit ein, dass das, was er hört, von Herzen kommt.

 

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