HGich.T

Los Angeles (VÖ 27. November 2020)

Es kreisen die Finger, es mahnen die Mahner. Trotzdem Partytime! Mit Los Angeles keift die alte Hauruckmaschine HGich.T erneut ins Netzwerk deiner Gefühle und lässt hocherfreut die Bässe pumpen. „Los Angeles steht für positive Zwischenräume. Ein sonniger Platz zwischen geplagten Nervenzellen. Wir hätten das Album also auch Dancing Synaptischer Spalt nennen können“, lacht Dr. Diamond (Keyboard) und erntet dafür kollektives Naserümpfen, das in schallendes Gelächter übergeht. Alles wie immer in der HGich.T-Jurte? Jein!

„Ein Typ erzählte neulich, dass es im Leben nicht auf konkrete Ziele ankommt. Du fühlst dich durchgekaut und quälst dich mit Wunschdenken, dass alles besser läuft, wenn erst A oder B in dein Leben tritt. Wenn beispielsweise dein Lebenspartner mit Tickets für einen Mittelaltermarkt oder auch Capital Bra wedelt, der Schwabbelbauch verschwindet, mehr Kohle auf der Bank schlummert oder eine wirklich sinnvolle Tätigkeit dein gesellschaftliches Standing aufpeppt – was mit Tieren oder als Rettungssanitäter arbeiten beispielsweise. Aber sind das verbindliche Lösungen“, fragt sich Vhagvan Svami (Gesang). „Für mich schon“, lacht Tutenchamun (Bewegung). „Die kleinen Schritte sind’s“. „Füße hoch“ mal anders gedacht. Deinen eigenen Sonnenschein kreieren und Sonnenschein präsentieren – sozusagen. Es geht ums Teilen feiner Dinge. In unserem Fall die Show, die Musik und ein friedvolles Miteinander“, sinniert DJ Hundefriedhof (Musik) und drückt auf Play. Der Kenner fragt sich an dieser Stelle, ob HGich.T nach Überhits wie beispielsweise Tutenchamun, Hauptschuhle, Harz For, Die letzten T***** von Bethlehem, Künstlerschweine oder auch „Diddel der Mäusedetektiv“ überhaupt noch ein Ass verwandeln können. Wir geben Entwarnung. Los Angeles, das mittlerweile 6. Album des 10köpfigen Künstlerkollektivs aus Hamburg, das seit 1996 zum größten Teil aus Freigeistern, Pizzaboten und Absolventen der HFBK besteht, holt dich genau dort ab, wo du stehst. Alles bleibt tanzbar, wackelig, rissig, schmissig und gewohnt kontrovers.

Es regieren Traumcollagen par excellence – Musik für Kopf und Club. Hama und Techno Andrey pumpen gleich zu Beginn als definitive Fan-Pleaser. Sound- und Story-Zirkus geben hier die Marschrichtung vor? Es blubbert und stampft, doch es bleibt nicht dabei. Pass auf! Es sind einmal mehr die kleinen Umwege und Verzweigungen, die Los Angeles so interessant machen. Der blanke Horror, Plastiktüte, ein deutlicher Fingerzeig auf die gesellschaftliche Verrohung, lädt zum längeren Nachdenken ein, während Prolo Polo und Der Knecht das verkopfte Dickicht wieder auflösen. Saubere Sachen zum Durchdrehen und Lachen? Wer will es wissen?! Mit „Wo wohnt bescheuert“ haben HGich.T jedenfalls erneut einen echten Klassiker auf der Bank, der textlich Fragen aufwirft, die sich jeder selbst beantworten kann. Auch der Rest des Albums lässt rätseln, hoffen und punktet locker ums Eck. Dave Meier (Eine Hommage an Dave Mustaine), Dr. Geilser Hardstyler und Girlsday? Sauber serviert!

Und zum Schluss gibt es ein Wiedersehen an der Tanke. Danke! Los Angeles – das ultimative HGich.T-Mitmachalbum!
Hier kommen Sonnenschein, Freiraum und Abgrund in einen Topf. Probieren muss sein.

Guten Hunger!!!!!!

Pressezitate

Videos

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